
Erst vor einigen wenigen Tagen berichteten wir hier bei 888sport über die möglichen Favoriten um die Meisterschaft und Anwärter um die Bundesligaspitze. Betrachtet man den vierten Spieltag in diesem Licht, so hat es doch einige interessante Entwicklungen gegeben.
Am Freitagabend begegneten sich Gladbach und Mainz. Diese Begegnung war insofern interessant, da beide Mannschaften bisher souveräner auftraten, als dies viele im Vorfeld für möglich gehalten hätten. Am Ende hatte Gladbach mit einem 2:0 vor heimischer Kulisse klar das bessere Ende für sich. Allerdings hatten die Mainzer auch Pech: Beim Zustandekommen des ersten Tors verletzte sich ihr Stammtorwart Heinz Müller und musste vom Platz. Doch damit alleine ist das Mainzer Scheitern nicht zu erklären. Gladbach war unterm Strich auch klar die bessere Mannschaft.
Am Samstagnachmittag ging es dann mit dem Hauptspieltag los. Darunter auch die Partie Stuttgart gegen Nürnberg. Diese endete torlos mit 0:0, womit insbesondere die Stuttgarter gut bedient waren. So vergab Nürnberg zahlreiche Chancen, während die Stuttgarter erst zum Ende der Partie gefährlicher wirkten. Ähnlich verblüffend erschienen auch die Kräfteverhältnisse in Gelsenkirchen. Nur mit dem Unterschied dass dort die Gerechtigkeit und die bessere Mannschaft obsiegte. Schalke verlor zu Hause mit 0:1 gegen den SC Freiburg. Schlimm aus Schalker Sicht war daran, dass dieses Ergebnis nur allzu leistungsgerecht war. So war Schalke über weite Strecken des Spiels gleichermaßen ideen- als auch planlos. Trainer Felix Magath äußerte sich sehr kritisch über die vielen weiten Bälle, mit denen die Schalker gleichermaßen unansehnliches wie auch ineffektives "kick and rush" betrieben. Noch immer vermisst man schmerzlich einen Spielmacher auf Schalke. Und auch die Begegnung vom Schlage "David gegen Goliath" in Leverkusen fiel nicht so deutlich aus, wie man sich das vielleicht im Vorfeld gedacht hätte. Auch wenn das Ergebnis am Ende den favorisierten Gewinner hervorbrachte. Leverkusen siegte 2:1 gegen den VfL Bochum. Allerdings täuscht dieses Ergebnis ein wenig über die Kräfteverhältnisse hinweg, denn Leverkusen war eindeutig die bessere Mannschaft. Allerdings haperte es in der Chancenverwertung. In Hannover holten die Hoffenheimer ihren ersten Dreier. Das Spiel endete 0:1 und markiert somit den ersten Hoffenheimer Sieg in dieser Saison. Allerdings war es aus Hoffenheimer Sicht auch ein bisschen eine Zitterpartie. Insbesondere in der ersten Halbzeit waren die Hausherren überlegen und wussten die Hoffenheimer durch druckvolles Spiel zu bändigen. Allerdings fehlte es in letzter Instanz oftmals an den hochkarätigen Chancen. Die wiederum erspielten sich die Hoffenheimer, die effizienter als die Hannoveraner zu Werke gingen. Kurz vor der Halbzeit traf man zum 0:1. In der zweiten Halbzeit trat Hoffenheim dann auch etwas offensiver auf und das Spiel war weitgehend ausgeglichen. Allerdings war die Hannoveraner in Hälfte zwei selten wieder so spielfreudig wie zu Spielbeginn. Und schließlich gab es noch eine sehr umkämpfte Partie zu sehen. Mit offenem Visier begegneten sich Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund. Am Ende stand es 1:1. Aus Dortmunder Sicht ein recht glückliches Ergebnis. Vergaben doch die Frankfurter unglücklich mehrere Großchancen und bekamen ein Tor (zurecht) wegen Abseits nicht anerkannt.
Am Abend kam es dann zur Topbegegnung zwischen Bayern München und dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg. Im Vorfeld hatte Bayern München von sich reden gemacht durch eine jüngste personelle Maßnahme. Für schlappe 25 Millionen gönnte man sich noch einmal den holländischen Flügelflitzer Arjen Robben. Er kam von Real Madrid, wo er kurzfristig auf die Transferliste gesetzt wurde. Und auch Franck Ribery stand wieder zu Verfügung. Jedoch spielten weder Ribery noch Robben gleich von Anbeginn (beide wurden im Laufe der Partie eingewechselt). Die Zuschauer in der Allianz Arena und an den Bildschirmen sahen einen deutlichen und hochverdienten Sieg für die Bayern. Am Ende stand es 3:0. Ein Ergebnis so deutlich wie der Spielverlauf. Das 1:0 kam durch einen Abstauber durch Gomez zu Stande. Das 2:0 sowie das 3:0 brachte erfreulicherweise Neuzugang Arjen Robben im Gehäuse der Wolfsburger unter. Somit gereichte das dem Debüt vom ohnehin mit Vorschuss-Lorbeeren gesegneten Holländer zum Riesenerfolg. Ein punktetechnisch und psychologisch wichtiger Sieg aus bayerischer Sicht und bereits die zweite Niederlage in Folge für den Deutschen Meister.
Am Sonntag trennten sich dann noch Hertha BSC Berlin und Werder Bremen im torreichsten Spiel dieses Spieltags mit 2:3. Diese Begegnung fand in Werder Bremen den verdienten Sieger. Die Bremer bestätigen somit den Aufwärtstrend und stehen nun auf Platz drei. Berlin hingegen kommt und kommt einfach nicht so richtig in Fahrt. Den Abschluss markierte dann die Begegnung Hamburg gegen Köln am späten Sonntagnachmittag. Hamburg gewann vor heimischer Kulisse völlig zurecht mit 3:1 und erklomm so die Tabellenspitze. Eingedenk einiger ungenutzter Chancen hätte dieses Ergebnis auch noch deutlicher ausfallen können. Paolo Guerrerro erzielte zwei der drei Hamburger Treffer und führt somit mit nunmehr insgesamt vier Treffern die Torschützenliste in der Bundesliga an. Ganz anders sieht es leider mit Köln's Podolski aus. Bislang schlug Podolski noch keineswegs so in Köln ein, wie man sich das erhofft hat. Und so steht Köln einsam und allein auf dem letzten Tabellenplatz mit nur einem Punkt aus vier Spielen.