
Die DEL (deutsche Eishockeyliga) ist seit 1994 die höchste Spielklasse im deutschen Eishockey. Sie löste 1994 die seit 1958 bestehende Eishockey Bundesliga ab. Die DEL arbeitet selbstständig und autonom. Die zweite Bundesliga sowie die Oberliga werden von der ESBG (Eishockeyspielbetriebsgesellschaft) organisiert. Außerdem existiert noch der DEB als Dachverband der Eishockeyklubs (vergleichbar mit dem DFB im Fußball). Allerdings obliegt nur die Nationalmannschaft, der Eishockey der Damen sowie die Nachwuchsförderung der unmittelbaren Organisation durch den DEB. Kooperation der drei Verbände besteht vor allem in Sachen Nachwuchsförderung sowie in diversen Wettbewerben (Deutscher Eishockey Pokal etc.), die neben der regulären Saison laufen.
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Obwohl das Zuschauerinteresse am Eishockeysport in Deutschland durchaus besteht, blickt die DEL seit ihrer Gründung auf zahlreiche Turbulenzen wirtschaftlicher Natur zurück.
In vielen Spielzeiten wurde mit einer unterschiedlichen Anzahl an Klubs gespielt. Waren es zu Beginn noch 18 Klubs, die zum Debüt in der DEL antraten, so waren es zwischenzeitlich mal nur 14, mal 15, mal 16 Klubs. Die schwankende Teilnehmerzahl kam durch regelmäßige Lizenzentzüge zustande.
Das wirtschaftliche Bestehen ist im Deutschen Eishockey eine große Herausforderung und viele professionelle und semi-professionelle Vereine agieren stets auf wirtschaftlich schmalem Grat. Sowohl durch die schwankende Teilnehmerzahl in der DEL als auch durch interne Interessenkonflikte wurde der Spielmodus in der DEL ständig verändert. Nahezu jährlich wurde der Spielmodus an verschiedene Erfordernisse angepasst und es kam zu regelmäßigen Änderungen, was insbesondere den Abstieg sowie die Play-offs anbelangte. Diese permanenten Änderungen sind einer der Hauptkritikpunkte, den sich die DEL gefallen lassen muss. 888sport hat natürlich die laufenden Veränderungen der DEL im Auge. Denn für weitere Veränderungen besteht in der Tat Bedarf.
Gegenwärtig ist der Spielbetrieb der DEL wie folgt organisiert: Es spielen 16 Mannschaften in der Hauptrunde. Der sportliche Vergleich findet anhand einer Gesamttabelle statt. Die 16 Teams werden aufgrund der Platzierungen des Vorjahres in vier verschiedene Gruppen (je vier Mannschaften) eingeteilt.
Die Mannschaften jeder Gruppe spielen viermal gegen 11 andere Teams (nämlich gegen die der eigenen Gruppe und gegen jene aus zwei anderen Gruppen). Gegen die vier Mannschaften einer verbleibenden Gruppe wird jedoch nur zweimal gespielt. Daraus ergibt sich, dass jedes Team 52 Begegnungen in der Hauptrunde bestreitet (eigene Gruppe: 12 Spiele; 2 weitere Gruppen: je 16 Spiele; verbleibende Gruppe 8 Spiele).
Auf Grundlage dessen bildet sich die Schlusstabelle zum Ende der Hauptrunde. Dieser Spielplan wird von vielen Trainern und Aktiven als unnötig verwirrend und sportlich unausgewogen kritisiert, da gegen manche Teams nur zweimal und nicht viermal gespielt werden muss. Einige Funktionäre sprechen sich für eine gleichmäßige Anzahl an Begegnungen in der Hauptrunde aus, sowie für eine entsprechende Anpassung der Anzahl der Mannschaften.
Ein weiterer Streitpunkt ist der sportliche Auf- und Abstieg. Dieser soll theoretisch zwar wieder eingeführt werden. In der Praxis gingen die Vorstellungen von DEL und ESBG jedoch noch zu weit auseinander, um einen Relegationsmodus zwischen potenziellen Auf- und Absteigern ins Leben zu rufen.

Und auch bei den Play-offs ist einiges fragwürdig organisiert. Die ersten sechs Mannschaften der Hauptrunde sind automatisch für das Viertelfinale qualifiziert. Die Plätze sieben bis zehn spielen es (in den so genannten Pre-Play-offs) untereinander aus, um die letzen beiden Mannschaften zu ermitteln, die das Viertelfinale vervollständigen. Auch diese Umstandskrämerei ist vielen Fans ein Graus, da sich selbst der Neunt- bis Zehntplazierte für Play-offs qualifizieren kann. Vielen wäre eine direkte Qualifikation des Siebt- und Achtplatzierten lieber, denn dabei würde die Langzeitleistung (über die 52 Spiele der Hauptrunde hinweg) honoriert. Außerdem ist es eine Wettbewerbsverzerrung, dass die beiden siegreichen Mannschaften der Pre-Play-offs dann bis zu drei Spiele mehr (die Begegnungen erfolgen im best of three Modus -> wer in drei Spielen erfolgreicher ist, kommt weiter) in den Knochen haben, während die sechs Mannschaften, die sich direkt qualifizieren, erst mal ein paar Tage frei nehmen oder sonst wie in ihrem Sinne nutzen können.
Die Viertelfinalbegegnungen laufen dann im best of seven Modus (bis zu siebenmal können zwei Mannschaften aufeinander treffen -> 3 zu 4) ab. Halbfinale und Finale werden in maximal fünf Partien (best of five entschieden). Der Sieger des Finals wird Deutscher Meister. Bisher gelang dies Adler Mannheim am häufigsten (fünffacher Meister seit 1994 in der DEL).
Wie man sieht leidet zum Teil der sportliche Wettbewerb innerhalb der DEL an diesen umständlichen Strukturen. Daraus ergeben sich sonderbare Situationen für die Vereine. So sind die Hannover Scorpions gegenwärtig Erster in der laufenden Saison, müssen aber gleichzeitig vor dem Bankrott zittern. Denn kurioserweise scheinen sich mehr Hannoveraner für die Hannover Indians (Oberliga-Verein!) zu interessieren, als für die Hannover Scorpions. Die Hannover Indians ziehen in der Oberliga mehr Zuschauer als die Hannover Scorpions, obwohl diese momentan sportlich die erste Liga dominieren. Dies ist vor dem Hintergrund, dass sich die Scorpions erst vor kurzem eine neue Spielstätte gegönnt haben (deswegen die Verschuldung) besonders brisant! Sollten die Scorpions tatsächlich deutscher Meister werden und gleichzeitig in derselben Saison Bankrott gehen, dann wäre das ein absolutes Novum im professionellen deutschen Vereinssport.
Wer weiß, ob es nicht die obskuren und unübersichtlichen Spielpläne der DEL sind, die die Fans vergraulen. Denn kaum einer will den Sinn hinter den sonderbaren Spielplänen und hinter den “pre-play-offs“ verstehen. Dennoch haben wir bei 888sport den deutschen Eishockey längst nicht abgeschrieben. Je nach Saison finden Sie die aktuellen DEL Wetten in unserem Wettangebot. Schließlich ist die DEL noch jung. Vielleicht sollte man sich mehr am Bundesliga Modell des Fußballs orientieren als am Modell der NHL. Denn bei der NHL liegen ganz andere Rahmenbedingungen vor (allein weil die USA schon viel größer als Deutschland sind). Außerdem: ein Mannschaftssport ohne sportlichen Auf- und Abstieg? Hier in Deutschland? Nicht in diesem Leben!