Olaf Kölzig

Olaf Kölzig ist ein dekorierter Torwart in der NHL und kann als der beste deutsche Export betrachtet werden, wenn es um Eishockeyspieler geht. Grund genug, dass wir von 888sport den Karriereverlauf von “Olie the Goalie“ mal genauer betrachten.
Geboren wurde Kölzig keineswegs in Deutschland, sondern in Johannesburg. Als Sohn deutscher Eltern behielt er aber seine Staatsbürgerschaft als Deutscher, auch wenn er nie wirklich lange in Deutschland gelebt hat. Denn im Alter von 3 Jahren zog Kölzig mit seinen Eltern nach Kanada, wo er ab 1986 seine aktive Laufbahn antrat. Im Mutterland des Eishockeys lernte Kölzig das Spiel also von der Pike auf. Bereits ab 1987/88 konnte Olaf Kölzig sich einen Platz im Tor der Tri-City Americans sichern, die in der WHL, einer der drei Top-Juniorenligen in Kanada, spielten.

Langer Weg in die NHL

1989 wurde Olaf Kölzig dann zu den Washington Capitals gedraftet. Bei den Capitals würde Kölzig den Großteil seiner aktiven Karriere verbringen und dort zu einem etablierten NHL Torwart reifen. Doch wie so oft war auch dort aller Anfang schwer.
Gleich in seiner ersten Saison kam er zweimal zum Einsatz. Am Ende dieser zwei Partien standen zwei Niederlagen und 12 Gegentore zu Buche und man schickte Olaf Kölzig zurück zu den Tri-City Americans.

Im Jahr darauf wollte man es bei den Capitals noch einmal mit ihm versuchen. Diesmal warf man ihn aber nicht gleich ins kalte Wasser, sondern lies ihn für die kommenden zwei Jahre bei “Farmteams“ einsetzen. Und zwar bei den Baltimore Skipjacks und den Hampton Roads Admirals, die beide in niederen Profiligen spielten (ECHL und AHL). Dort konnte Kölzig Spielpraxis sammeln, sodass er ab der Saison 1992/93 wieder in die NHL berufen werden sollte – jedoch nur für gefühlte 20 Minuten.
Anschließend spielte er wieder in der AHL bei den Rochester Americans. Dort reifte er zum Stammtorhüter und zog mit den Americans gar bis ins Finale um den Calder Cup (Meistertrophäe der AHL) ein. Dort blieben jedoch die Cape Breton Oilers siegreich.
Mit den Referenzen aus der AHL empfahl sich Olaf Kölzig nun endgültig für die NHL.

Ab der Saison 1993/94 wurde er ins Stammteam der Capitals berufen. Doch dann folgte ein erneuter Rückschlag: Aufgrund einer Knieverletzung fiel Kölzig für einen Monat aus. Dadurch wurde Kölzig wieder zu einem Farmteam geschickt. Diesmal zu den Portland Pirates (auch ein AHL Team). Dort spielten Kölzig und der andere Torwart der Pirates, Byron Dafoe, groß auf und ließen gemeinsam die wenigsten Gegentreffer zu, sodass beide am Saisonende mit dem Harry “Hap“ Holmes Award ausgezeichnet wurden. Abermals zog Kölzig bis ins Finale um den Calder Cup ein. Doch diesmal gelang ihm mit den Portland Pirates der Sieg und die Pirates wurden Meister in der AHL. Dies brachte Kölzig eine weitere Auszeichnung als wertvollster Spieler der Play-offs in der AHL ein – die Jack A. Butterfield Trophy.

Derart mit Auszeichnungen überhäuft stand einer Rückkehr in die NHL nichts im Wege. Ab der Saison 1994/95 gehörte Kölzig nun endlich zum Profikader der NHL. Jedoch sollte es noch bis 1997 dauern, bis er dort auch zum Stammtorhüter werden sollte. Unter anderem lag das an Jim Carey – selbst ein absoluter Spitzentorhüter in der NHL – der diese Position lange Zeit innehatte.

Kölzig wird zum Stammtorhüter und zum Star der Capitals

In der Saison 1997/1998 empfahl sich Kölzig vor allem durch seine starken Torwartleistungen in den Play-offs. Dort gelang es ihm in drei Spielen den Kasten sauber zu halten und keine Gegentore zuzulassen. Im Finale scheiterte man jedoch an den Detroit Red Wings, die den Stanley Cup somit erfolgreich verteidigten. Die Saison 1999/2000 markiert einen der Höhepunkte für Olaf Kölzig.

Mit einem Gegentorschnitt von 2,24 gehörte Kölzig zu den besten Torhütern der NHL. Dies brachte ihm die Vezina Trophy als bester Torhüter der Saison ein. In den folgenden Jahren gelang es Kölzig seinen Status zu zementieren und er wurde zu einem der wichtigsten Leute der Capitals. 2003/2004 war aus Sicht der Washington Capitals eine Saison zum Vergessen. Man erzielte das schlechteste Ergebnis seit 25 Jahren und landete auf dem drittletzten Platz der Gesamttabelle.
Die Saison 2004/2005 fiel in der NHL komplett aufgrund des “Lockdowns“ aus. Kölzig nutzte diese Saison, um in Deutschland zu spielen. Dort kam er mit den Eisbären Berlin zur Deutschen Meisterschaft in der DEL. Anschließend kehrte er wieder zu den Capitals zurück. Jedoch konnte er dort nie wieder richtig an seine Glanzzeiten anknüpfen (was aber sicherlich auch am allgemein geschwächten Team lag).

2008 wurde dann der Franzose Christobal Huet als neuer Stammtorhüter eingesetzt und Kölzig kam über gelegentliche Einsätze nicht hinaus. Jedoch gelang es ihm während dieser Gelegenheiten seinen 300. Sieg in der NHL klarzumachen. Dies gelang zuvor nur 22 anderen Torhütern in der gesamten NHL Geschichte. Seit der Saison 2008/09 spielt Kölzig bei Tampa Bay Lightning und vervollständigt dort das Torhütergespann.

Neben seinen Auszeichnungen für sportliche Erfolge und Leistungen wurde Kölzig 2006 auch für sein soziales Engagement geehrt. Kölzig, der selbst einen autistischen Sohn hat, gründete die “Carson Kolzig Foundation for Youth Autism“. Außerdem ist Kölzig neben seinem Freund und Mannschaftskamerad aus frühen AHL Tagen, Byron Dafoe, und Scott Melanby Mitbegründer der “Athlets Against autism“.
888sport behält Kölzig auch noch während der weiteren (letzten?) Schritte seiner über 20 Jahre andauernden Karriere im Blick und wünscht dem besten deutschen Export, den die NHL je kennen gelernt hat, auch weiterhin alles Gute.