
„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“, lautet ein häufiger Ausspruch bezüglich des DFB Pokals. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu überraschenden Resultaten und Wendungen, die kein selbsternannter Experte im Voraus hätte ahnen können. DFB Pokal – das ist Fußball in Reinkultur!
Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs, wodurch sich in Liga und internationalen Wettbewerben zunehmend die üblichen Verdächtigen durchsetzen und der Raum für Überraschungen schwindet, bietet der DFB Pokal eine erfrischende Abwechslung. Das liegt natürlich an der Strukturierung des Wettbewerbs: K.O. Runde total! Kein Hin- und Rückspiel! Nach 90 Minuten und gegebenenfalls Verlängerung und Elfmeterschießen ist die Sache gegessen.
Solch eine Dynamik findet man im Profifußball sonst nur noch in den Finals der internationalen Vereinswettbewerbe und in den internationalen Meisterschaften der Nationalmannschaften. Einzelne Begegnungen, in denen es um alles geht und kein vorhersehbarer Wettbewerb – das lässt das Herz eines jeden Fußballfans höher schlagen. In solchen Konstellationen ist der Sportsgeist des Fußballs noch am deutlichsten wahrzunehmen. Genau das macht den DFB Pokal zu so einer einzigartigen Angelegenheit.
Seit 1935 wird dieser Pokal nun ausgespielt. Ehemals als Tschammerpokal bekannt (benannt nach dem Initiator der nationalen Pokalidee: Hans von Tschammer) nahmen 1935 insgesamt mehr als 4000 Mannschaften verschiedenster Spielklassen teil. Für die Mannschaften der Gauligen und der Bezirksklassen (damals die höchsten Spielklassen) bestand Teilnahmepflicht.
Das erste Finale in der Pokalgeschichte gewann der 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04 mit 2:0 (1935). Schalke war auch in den beiden folgenden Jahren bis ins Finale vorgedrungen. Unterlag jedoch auch im zweiten Anlauf dem VfB Leipzig (1936). Erst die dritte Teilnahme in Folge brachte endlich den Pokalsieg gegen Fortuna Düsseldorf (1937).
Der Tschammerpokal errang also recht schnell landesweite Anerkennung und galt rasch als der höchste, deutsche Pokal. Zu Zeiten des Dritten Reiches konnten sich neben Nürnberg, Leipzig und den Schalkern (in chronologischer Reihenfolge) noch folgende Mannschaften den Tschammerpokal sichern: Der SK Rapid Wien (1938 – Angliederung Österreichs ans Deutsche Reich machte dies möglich), 1939 gelang es abermals dem FC Nürnberg, 1940/41 jeweils dem Dresdner SC, 1942 der TSV 1860 München und 1943 gelang es erneut einem österreichischen Klub: dem First Vienna FC 1894. Der Zweite Weltkrieg und die anschließenden Kriegswirren unterbanden ein Austragen des Pokals.
Erst 1953 wurde der Pokal zurück ins Leben gerufen – dann als DFB Pokal. Zur Qualifikation für die DFB Pokal Endrunde war ein erfolgreiches Teilnehmen an den regionalen Pokalen, sowie an der deutschen Meisterschaftsendrunde und den Amateurmeisterschaften ein möglicher Weg. Mit Einführung der Bundesliga (zehn Jahre später) qualifizierten sich die Bundesligisten automatisch. Hinzu kamen dann noch die erfolgreichsten Mannschaften der niederen Spielklassen.
Natürlich wird sich mit der bereits abgeschlossenen Einführung der dritten Liga hier wieder einiges ändern. Heute sieht es wie folgt aus: Neben den 36 Mannschaften aus der ersten und zweiten Bundesliga qualifizieren sich die Gewinner der insgesamt 21 Verbandspokale. Das kann unter Umständen sogar ein Kreisligist sein, wenn es denn gelingen sollte, den Pokal des eigenen Verbandes zu erringen!
Dazu kommen noch die vier am besten platzierten Mannschaften aus der dritten Liga. Die übrigen elf Plätze werden an jene Mannschaften aus den Landesverbänden vergeben, die die meisten Herrenmannschaften stellen.
Die Chancen zur Teilnahme sind also gerecht zwischen klein und groß verteilt. Hinzu kommt, dass alle Amateurmannschaften automatisch Heimrecht erhalten, sowie sie gegen eines der Lizenzteams spielen müssen. Ab der dritten Runde werden alle Mannschaften aus einem Pott gelost (zuvor verteilen sich die Lizenz- und die Amateurmannschaften + die vier Drittligisten auf jeweils zwei Pötte). Egal wie gelost wird – das Heimrecht für Amateurmannschaften hat immer Bestand. Das Finale des Wettbewerbs wird seit 1985 im Berliner Olympiastadion ausgespielt.
888sport trägt der besonderen Dynamik dieses altehrwürdigen und mannigfaltigen Wettbewerbs Rechnung. Und zwar mit interessanten Wettquoten. Und wer weiß? Vielleicht haben Sie ja ein Auge dafür, welcher Provinzverein dieses Mal überraschen kann und einen der Lizenzclubs frühzeitig nach Hause schickt. Die Quote stimmt bereits – den Rest bringt das Ergebnis mit sich.