
Michael Ballack, ein Spieler mit einem Gesicht, das Schwiegermütter lieben. Vor allem aber ist er ein richtig guter Fußballer. Das offenbarte sich schon zu Beginn seiner Laufbahn. Den Anfang machte Michael Ballack in Chemnitz. Bei einem Verein mit dem klangvollen Namen BSG Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt (*ächz*). Im Alter von sieben Jahren viel er seinem dortigen Trainer, Steffen Hänisch (ein verdienter Zweitligist), sofort auf. Dieser erkannte schon früh die technischen Anlagen des Mittelfeldakteurs.
Übersicht und Beidfüssigkeit sowie eine überragende Kopfballstärke sind Tugenden, die Michael Ballack während seiner Karriere konsequent verbessert hat. Schnell begann Ballack sich eine Führungsrolle zu erarbeiten und unterstrich mit starken Leistungen sein junges Talent. In seiner dritten und letzten Saison bei BSG Motor kam er zu sagenhaften 57 Treffern in 16 Spielen.
Danach ging es zum FC Karl-Marx-Stadt (ab 1990 in Chemnitzer FC umbenannt). Dort spielte Ballack von 1986 bis 1997. Größter Erfolg aus dieser Zeit: Die U-19 Meisterschaft mit dem Chemnitzer FC im Jahre 1994! Mit der ersten Mannschaft des Chemnitzer FC konnte Ballack in insgesamt 15 Einsätzen erste Erfahrungen in der zweiten Liga sammeln. Der Chemnitzer FC stieg jedoch ab. In der Regionalliga Nordost avancierte Ballack zum aufstrebenden Stammspieler und bestritt jedes Spiel. Insgesamt steuerte er am Ende 10 Tore bei. Der Wiederaufstieg wurde jedoch knapp verfehlt.
Das Bundesligadebüt von Michael Ballack hätte kaum einzigartiger sein können. Otto Rehhagel holte den jungen Könner 1997 nach Kaiserslautern, wo dieser in seiner ersten Saison zu 16 Einsätzen und der völlig überraschenden Meisterschaft der frisch aufgestiegenen Lauterer kam. Ballack konnte also bereits seine erste Saison in der höchsten Spielklasse meisterlich abschließen.
In der Folgesaison reifte Ballack zum Stammspieler mit Bundesligaformat. 30 Spiele und vier Tore standen am Ende zu Buche.
Weiter ging es für Ballack dann in Leverkusen. In der Werkself konnte Ballack seine Führungsqualitäten im Mittelfeld, seine Torgefahr sowie seine Spielübersicht erstmals unter Beweis stellen. Mehrmals schlitterte Ballack knapp an Erfolgen mit der Mannschaft aus Leverkusen vorbei. Zwei Vizemeisterschaften in der Bundesliga und Niederlagen in den Finals der Champions League und dem DFB Pokal musste Ballack in Leverkusen erleben. Das brachte Leverkusen den Ruf des ewigen Zweiten und Ballack den Vorwurf ein, dass er in wichtigen Spielen stets patzen würde. Letzteres wurde ihm vor allem wegen einem unglücklichen Eigentor vorgeworfen, das die deutsche Meisterschaft 2000 verhinderte. Nichts desto trotz hat Ballack mit seinen 27 Bundesliga Toren (17 davon in der letzten Saison bei diesem Verein) und 9 Toren in internationalen Pokalen seine Klasse nachgewiesen und auch viel Anteil daran, dass Leverkusen überhaupt soweit kam.
Bei Bayern kamen dann auch die sportlichen Erfolge. Von 2002 bis 2006 steuerte Ballack dort seinen wesentlichen Anteil zu drei Doubles (Pokalsieg und Meisterschaft bei). Seit 2006 spielt Ballack beim FC Chelsea und ist dort meist (trotz bärenstarker Konkurrenz) ein gesetzter Mann. In acht Jahren Bundesliga erzielte Ballack insgesamt 75 Treffer.
In der Nationalmannschaft wurde man schon früh auf Michael Ballack aufmerksam.
Bereits ab 1996 kam Ballack in der U-21 Nationalmannschaft zu 19 Einsätzen. Das Debüt in der eigentlichen Nationalmannschaft fand am 28. April 1999 gegen Schottland statt. Trainer war damals noch Erich Ribbeck. Damals war die Nationalmannschaft ein von Krisen geschütteltes Geschäft und Erich Ribbeck war ein Trainer, der nur mangels Alternativen auf den heißen Trainerstuhl befördert wurde. Die EM 2000 in Holland/Belgien verlief erwartungsgemäß miserabel. Ballack bekam kaum Gelegenheit zu überzeugen.
Anders sollte dies bei der WM 2002 in Südkorea/Japan aussehen. Dort avancierte Ballack durch Engagement, Aufopferung und wichtige Tore zu einem Stammspieler. Seine entscheidenden Tore gegen die USA und Südkorea trugen Deutschland bis ins Finale. Dort war Ballack wegen einer Gelbspeere leider nicht dabei. Er opferte seine Finalteilnahme wissentlich, als er ein taktisches Foul im Halbfinale gegen Südkorea begehen musste, um eine potenziell gefährliche Situation zu entschärfen. Mit seinen bärenstarken Auftritten während dieses Wettbewerbs ließ Ballack all seine Kritiker verstummen.
Seit 2004 ist Ballack nun ein – vielleicht sogar der – Führungsspieler der Nationalelf. Bei den großen Wettbewerben seither (WM 2006 und EM 2008) wurde Ballack von den zuständigen Komitees stets in die Elf des Wettbewerbs gewählt. Und auch wenn es zuletzt Reibereien mit Bundestrainer Jogi Löw gab, so ist der Status Michael Ballacks in der Nationalelf kein Posten, der einfach wegrationalisiert werden wird.
Ob Ballack auch anno 2010 noch DER Mann ist, das muss er nun – mehr denn je – unter Beweis stellen. 888sport wird mit Spannung weiter beobachten, ob Ballack sich dem Ansturm der jungen Wilden noch bis dahin erwähren kann. Aber bislang spricht nichts dagegen. Ebenso wenig spricht etwas gegen unsere stabilen Wettquoten in Sachen Länderspielen, an denen auch Ballack, als stabilisierender Faktor, großen Anteil hat.