UEFA Cup

Der UEFA Cup wurde 1971 als dritter europaweiter Vereinspokal der UEFA eingeführt. In seiner Wertigkeit stand er an dritter Stelle hinter dem Pokal der Landesmeister (später Champions League) und dem Pokal der Pokalsieger. Als Vorläufer des UEFA Pokals zählt der Messepokal. In diesem trafen ehemals die Handelsmessestädte aufeinander. Als der Messepokal 1971 aufgelöst wurde, führte die UEFA stattdessen ab der Spielzeit 1971/72 den UEFA Pokal ein, der alle Mitglieder der UEFA zur Teilnahme berechtigte und zudem sportlich orientiert war. Ein erfolgreiches Abschneiden in der eigenen Liga war jeweils Pflicht, um sich für den UEFA Pokal zu qualifizieren. Der Pokal der Pokalsieger wurde 1999 aufgelöst und die jeweiligen Pokalsieger wurden automatisch für den UEFA Pokal qualifiziert.

Im Gegensatz zur Champions League konnte sich der UEFA Pokal seinen überwiegenden Turniercharakter bis heute noch weitestgehend wahren.
Erst seit der Spielzeit 2004/05 wird in der zweiten Hauptrunde eine Gruppenphase gespielt. Die 40 verbleibenden Mannschaften der ersten Runde (dort treffen 80 Teams im K.O. Runden Prinzip mit Hin- und Rückspiel aufeinander) werden in acht Gruppen á fünf Teams aufgeteilt. Jede Mannschaft spielt nur einmalig gegen die andern vier und hat dabei zweimal Heimrecht. Die Gruppenphase ist also auch wesentlich dynamischer gestaltet als in der Champions League. Man hat zwar einen Gegner mehr, dafür aber zwei spiele weniger (da es kein Hin- und Rückspiel gibt). Zumal es in der Champions League bereits zwei Gruppenphasen gibt. Nach der Gruppenphase im UEFA Pokal gehen kommen die verbleibenden Erst- und Zweitplatzierten aus der Gruppenphase weiter. Hinzu stoßen die Drittplatzierten aus der Gruppenphase der Champions League. Ab da an geht es wieder im K.O. Modus mit Hin- und Rückspiel weiter. Das Finale wird in einem Spiel an einem neutralen Ort ausgetragen.
Es können sich alle Mannschaften aus einem Land, das der UEFA angehört, qualifizieren. Entscheidend ist eine entsprechende Platzierung in der eigenen Liga. Wie viele Mannschaften dabei je zur Teilnahme bzw. zur Qualifikation berechtigt sind, hängt von der Fünfjahreswertung der UEFA ab, die sich am Abschneiden in den internationalen Wettbewerben binnen der letzten fünf Jahre orientiert. Dies gibt des Ausschlag darüber, wie viele Plätze zur Teilnahme an UEFA Cup/Champions League berechtigen. Für die meisten Mannschaften führt eine direkte Qualifikation über eine entsprechende Tabellenplatzierung im eigenen Land oder der Gewinn des Landespokals in den Wettbewerb. Ferner werden noch drei Mannschaften aus dem Pool der fairsten Mannschaften zugelost oder man kann sich über den UI Cup qualifizieren (wenn man bei Saisonende direkt hinter den UEFA Cup Plätzen steht).

Wird der UEFA Cup zur Europa League?

Allerdings stehen schon wieder große Änderungen bevor. Ab der nächsten Saison – wenn der UEFA Cup zur Europa League gemacht wird – ändert sich der Qualifikationsschlüssel komplett. Fest qualifiziert ist dann von vornherein nur noch der Titelverteidiger. ALLE anderen müssen dann in einer Qualifikationsrunde um die nunmehr 48 (anstatt wie bisher 80) Plätze in der Europa League streiten. Hinzu sollen noch jene kommen, die in den Champions League Qualifikationen scheitern. Dann steht in der Endrunde die Gruppenphase gleich am Anfang. 12 Gruppen á vier Mannschaften treffen in Hin- und Rückspiel aufeinander ... so wie man es aus der Champions League kennt. Danach geht es mit Erst- und Zweitplatzierten sowie den Drittplatzierten aus der Champions League Gruppenphase wie gewohnt im K.O. System weiter.
Diese Änderungen sind insofern bedauerlich, da der UEFA Pokal (bzw. die Europa League) somit auch nicht wenig von ihrem Turniercharakter einbüßt. Zwar hat man nun ein wesentlich einfacheres Qualifikationssystem und der (völlig überflüssige) UI Pokal wird in Luft aufgelöst. Jedoch sind die Pokalsieger nicht mehr automatisch gesetzt. Das heißt, dass man ihnen zunächst den Pokal der Pokalsieger nahm und nun auch noch das “Privileg“, automatisch für den UEFA Cup qualifiziert zu sein. Das ist etwas unsportlich, denn sportlicher Erfolg sollte belohnt werden. Vor allem aber hat man nun auch gleich zu Beginn der Endrunde eine Gruppenphase mit sechs Spielen. In der Champions League sieht man bereits wo hin dies führt (dort sind es schon zwei Gruppenphasen nach genau diesem Vorbild). Über längere Zeit (und sechs Spiele sind nicht wenig) werden sich erfahrungsgemäß nahezu immer die spielstärkeren Teams durchsetzen. Das heißt, dass auch der UEFA Pokal sehr an Überraschungsmoment einbüßen wird. Die Gruppenphase mit vier Spielen (5 Teams, dafür aber jeweils nur eine Partie) war da wesentlich dynamischer, zumal ihr bereits eine K.O. Runde voraus ging, die ja bekanntlich den größtmöglichen Raum für Überraschungen bietet.

Aber um sich die Angelegenheit spannend zu halten, kann man ja mal die Wettquoten für die Europa League/den UEFA Cup hier bei 888sport unter die Lupe nehmen, denn ab dem Sechzehntelfinale ist nach wie vor K.O. Runde pur angesagt.