VfL Bochum

Der VfL Bochum ist scheinbar so gut wie nicht klein zu kriegen. Kaum ein Verein kann – auch wenn die großen Erfolge und Titel bislang ausblieben – auf eine solche Geschichte von Auf- und Abstiegen zurückblicken. Ein Wechselbad der Gefühle!

Der VfL ist, gemessen an vielen anderen Vereinen in den Bundesligen, ein recht junger Verein. “Erst“ 1938 wurde der VfL als solcher ins Leben gerufen. In der NS Zeit wurden viele der regionalen, rivalisierenden Vereine zu Gemeinschaften zusammengeschlossen. So auch in Bochum. Es formten sich die Vereine “Sportverein Germania 1906“ (ältester Fußballverein Bochums), der Turnverein “TV 1848 Bochum“ und dessen ehemalige Fußballabteilung “TuS Bochum 08“ zum VfL Bochum. In der Gauliga Westfalens konnte der VFL Bochum bis 1943 eine starke Rolle spielen. Es wurden meist gute Platzierungen nahe der Tabellenspitze erreicht, darunter auch eine zweite Vizemeisterschaft (die erste hatte der SV Germania 1906 vor der Fusion erreicht).

Ab 1943 fand der Spielbetrieb aufgrund des Krieges nur noch rudimentär statt. Der VfL Bochum war einer der wenigen fusionierten Vereine, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder getrennt wurde. Sportlich waren es dennoch eher schlechte Zeiten für den VfL. Der Verein brauchte 8 Jahre, ehe er erstmals in die Oberliga West und somit wieder in die Erstklassigkeit aufsteigen konnte. Dort konnte man sich jedoch nie wirklich durchsetzen. 1955 stieg man sogar ab, der direkte Wiederaufstieg gelang jedoch. Doch 1961 stieg der Verein abermals in die zweite Klasse ab und wurde dort zwei Jahre später sogar bis in die Drittklassigkeit (Amateurliga Westfalen) durchgereicht.

1965 (als die Bundesliga bereits gegründet war) stieg der VfL dann durch Losglück in die damalige Zweitklassigkeit auf (das war zu jener zeit die Regionalliga West). Eine sportliche Qualifikation gegen den anderen Staffelsieger der Amateurklasse Westfalens, die SpVgg Erkenschwick, brachte nach drei Spielen keine Entscheidung. So entschied das Los zugunsten des VfL. In der Regionalliga West etablierte man sich schnell als gute Mannschaft. Im ersten Jahr (Saison 1965/66) reichte es zwar nur für Rang zwölf. In den Folgejahren wurde man aber Vierter, dann Fünfter, dann Zweiter und schließlich sogar Erster. Allerdings scheiterte man zunächst in der Aufstiegsrunde. Doch auch in der folgenden Saison wurde der VfL abermals Erster in der RL West und konnte schließlich in die Bundesliga aufsteigen. So war der VfL Bochum ab der Saison 1971/72 das erste mal nach zehn Jahren wieder erstklassig. Auf die Zeit in der Regionalliga West geht auch einer der größten Erfolge der Bochumer zurück: die Finalteilnahme im DFB Pokal 1968. Dort unterlag man jedoch dem FC Köln mit 1:4.

Bochum und die Bundesliga – wie Pech und Schwefel

Bochum wurde schon bald so etwas wie das “gallische Dorf“ der Bundesliga. Der VfL erreichte in den folgenden zwanzig Jahren Bundesliga nie eine bessere Platzierung in der Abschlusstabelle als den achten Platz, stieg aber auch niemals ab, auch wenn man nicht gerade selten daran vorbeischrammte. 1990 wurde es ganz eng, als der 16. Platz den VfL Bochum zu Relegationsspielen gegen den Drittplatzierten Zweitligisten FC Saarbrücken zwang. Dort war man jedoch erfolgreich und konnte den Abstieg noch in letzter Instanz verhindern – unter anderem durch ein Elfmetertor. Doch aufgehoben war auch in dem Fall nicht aufgeschoben. 1993 kam der erste von insgesamt fünf Abstiegen in die zweite Liga, die den Bochumern noch bis 2005 bevorstanden. Binnen 12 Jahren stieg der ehemals “unabsteigbare“ VfL also fünfmal in die zweite Liga ab. Nicht minder kurios ist die Tatsache, dass nach jedem Abstieg seit 1993 immer wieder der direkte Wiederaufstieg in die erste Liga geglückt ist. Dieses Jahr ist der VfL die dritte Saison in Folge erstklassig. So lange wie schon seit 1993 nicht mehr! Mal schauen, ob es dabei bleibt.

Und wir bei 888sport wissen: Selbst wenn der VfL dieses Jahr wieder absteigen sollte, so könnte man den VfL Bochum dann nächstes Jahr in Liga zwei als Garanten für sichere Wettquoten wahrnehmen. Immerhin scheint der VfL Bochum ja scheinbar aus Prinzip immer gleich wieder aufzusteigen. Sie sind einfach nicht klein zu kriegen! Und bei allem Tadel sei auch gesagt, dass der VfL seine erfolgreichsten Bundesligasaisons in der Tat nach 1993 gespielt hat. 1997 und 2004 wurde der VfL gar jeweils Fünfter und erreichte somit die Teilnahme am UEFA Pokal. 2004 durften sich die Bochumer erstmals daran erfreuen, beide Rivalen aus dem Ruhrpott (Schalke und Dortmund) in der Abschlusstabelle hinter sich zu lassen.