
Die Gründungsgeschichte des SV Werder Bremen – sie ist schon nahezu ein Fußballmärchen für sich. Am vierten Februar 1899 gründeten einige Schüler im Alter von 16 Jahren den “Fußballverein Werder von 1899“. Ausschlaggebend für dieses Unternehmen war der Gewinn eines Fußballs, den die Jungen im Tauziehen erstritten. Die erste Partie mit dem neuen Fußball wurde von den Jungen am Stadtwerder in Bremen ausgetragen, der eine Halbinsel an der Weser darstellt (“Werder“ bedeutet Flussinsel). Dies inspiriert dann auch wohl zur Aufnahme des Begriffs “Werder“ in den Vereinsnamen. Relativ rasch nahm der Verein offiziellen Charakter an und trat noch im Gründungsjahr dem hiesigen Fußballverband bei. Bereits 1905 wurde das Spielfeld eingezäunt und es wurden Eintrittsgelder genommen. 1912 war der FV Werder Bremen die einzige Mannschaft aus Bremen, die sich für die norddeutsche Verbandsliga qualifizierte.
In der Stadt Bremen selbst war Werder zu dieser Zeit einer der dominanten Vereine. Auch die Kriegswirren und menschlichen Verluste des Ersten Weltkriegs konnten die Expansion der Werderaner nicht stoppen. Der Verein öffnete sich 1920 auch anderen Sportarten gegenüber, an denen oft auch Frauen teilnehmen konnten. Sogar solche Exoten wie Schach, Baseball und Cricket wurden vom Verein angeboten, der sich folgerichtig in “SV Werder Bremen von 1899“ umbenannte. Fußball blieb jedoch weiterhin das Kerngeschäft des Vereins. In der Westkreisklasse (damals höchste Spielklasse) wurde 1923 die Meisterschaft erzielt. Von 1926 bis 1928 wurde man dreimal in Folge Vizemeister. In der NS Zeit war Bremen vierfacher Meister in der Gauliga Niedersachsen. 1947 konnte eine weitere Meisterschaft in Niedersachsen (dann erfreulicherweise ohne Gau) errungen werden. Mit Einführung der neuen höchsten Spielklasse, der Oberliga Nord, folgten für Werder zunächst wieder titellose Zeiten. Der Grund dafür hatte einen Namen: HSV. Die Hamburger dominierten die norddeutsche Oberliga total und holten sich 15 von 16 ausgespielten, norddeutschen Meisterschaften. Durch personelle Veränderungen gelang es Werden Bremen jedoch eine starke Mannschaft zu formen. Dadurch konnte man in den letzten fünf Jahren des Bestehens der norddeutschen Oberliga als höchste Spielklasse jeweils die Vizemeistertitel hinter dem HSV erzielen. 1963 Folgte der Umzug Werders (neben dem HSV und Eintracht Braunschweig) in die Bundesliga.
In der Bundesliga sollte Werder noch von sich reden machen und sich eine hohe Stellung im deutschen Fußball erarbeiten. Bereits in der zweiten Bundesligasaison wurde Werder Bremen überraschend deutscher Meister. Damit toppten die Bremer ihren bislang größten Erfolg – den Pokalgewinn 1961 (insgesamt wurde Bremen bis heute fünfmal Pokalsieger, was sie zur zweitbesten Mannschaft in dieser Hinsicht nach den Bayern macht). Nur wenige hätten dem Vorjahreszehnten einen solchen Coup zugetraut. In den folgenden Spielzeiten war es dann ein stetes Auf und Ab. Wurde man in der Saison 1965/66 noch vierter, erreichte man in der anschließenden Saison nur noch einen blamablen 16. Platz (was damals noch nicht den Abstieg brachte), nur um im Folgejahr wieder Zweiter zu werden. Danach pendelte man sich konsequent im Mittelmaß ein. In den Schlusstabellen von 1969 bis 1074 lag Bremen stets auf Platz neun bis elf. Auch das teure Einkaufen eines Starensembles anno 1971 änderte nichts daran.
Ab der Saison 1974/75 nahm ein Abwärtstrend seinen Lauf, der den Werderanern in der Spielzeit 1979/80 schließlich mit einem 17. Platz den Abstieg in die Zweitklassigkeit einbrockte. Der Wiederaufstieg gelang direkt und mit einer Bilanz, die bis dato den Zweitligarekord markierte. Das war unter anderem auf das Wirken eines Mannes zurückzuführen, der sich in Werder Bremen noch hervortun sollte: Trainer Otto Rehhagel. Otto Rehhagel formte aus Bremen eine ernst zu nehmende Mannschaft, die in den nächsten Jahren kontinuierlich oben mitspielen sollte. Bereits in der Saison 1981/82 erreichte man nach direktem Wiederaufstieg einen außerordentlich guten fünften Platz. In den folgenden fünf Jahren waren die Bremer stets unter den Top fünf der jeweiligen Abschlusstabellen und qualifizierten sich somit regelmäßig für den UEFA-Pokal. Drei der insgesamt sieben Vizemeisterschaften wurden in dieser Zeit erzielt (Bremen ist heute Rekordvizemeister). Den ersten Titel seit der Überraschungsmeisterschaft 64/65 holte man dann 1987/88. Bremen war wieder oben angekommen! Es folgten weitere Titelerfolge bis Mitte der 90er. 1991 und 1994 wurde jeweils der Deutsche Pokal erobert. Zwischenzeitlich wurde man 1993 zum dritten Mal Deutscher Meister. Das Highlight aus dieser Zeit war aber Wohl der Triumph im Pokal der Pokalsieger 1992 gegen den AS Monaco. Nach einer weiteren Vizemeisterschaft im Jahre 1995 legte Otto Rehhagel nach nahezu 14 jähriger Tätigkeit sein Amt als Trainer nieder und verlies Bremen als gefeierter Mann und wohl als die Trainerikone schlechthin beim SV Werder Bremen. Die Jahre von 1988 bis 1995 zählen als die titelreichsten der Vereinsgeschichte. Sensationelle Siege, wie die Triumphe in Hin- und Rückspiel über den zu dieser Zeit überirdisch starken SSC Neapel (unter anderem spielte Spielerlegende Maradona dort), zählen noch heute zu den besten Spielen, die Werder jemals abgeliefert hat.
Nach dem Abgang Otto Rehhagels folgten vier Spielzeiten mit mittelmäßigem Abschneiden in den jeweiligen Schlusstabellen. Den Tiefpunkt markierte ein miserabler 13. Platz in der Saison 1998/99. Der Vorstand trat daraufhin geschlossen zurück und es folgten tief greifende Umstrukturierungen. Daran änderte auch der Gewinn des Deutschen Pokals in derselben Saison nichts. Der zunächst nur provisorisch als Trainer eingesetzte und langjährige Werderaner, Thomas Schaaf, erhielt durch verbesserte Leistungen der Mannschaft das Vertrauen von Vorstand und Fans. In Zusammenarbeit mit Manager Klaus Allofs (ebenfalls ein ehemaliger Spieler aus den Reihen Werders) formte Schaaf eine Mannschaft, die sich seit der Saison 1999/2000 kontinuierlich verbesserte und in der Saison 2003/2004 gar das Double (Pokal und Meisterschaft) holte. Seither spielt Werder Bremen oben mit und ist ind den Abschlusstabellen stets unter den Top drei zu finden. Das macht Werder Bremen neben den Bayern zur Wohl konstantesten Mannschaft der Bundesliga. Auch wir bei 888Sport sind gespannt auf den Ausgang dieses Kräftemessens. Der SV Werder Bremen ist sicherlich zu einer so spielstarken Mannschaft gereift, dass es sich lohnt, auf Werder Bremen zu wetten. Vielleicht kann Werder schon bald wieder so begeistern, wie dies zwischen ’88 und ’94 der Fall war.